2026 Frühjahrskonzert

Märchenerzählungen

Sonntag 10. Mai 2026 um 17 Uhr Stadthalle Metzingen

Programm

Andreas N. Tarkmann: Das kalte Herz
Konzertouvertüre zu dem Märchen von Wilhelm Hauff
Maurice Ravel: Ma mère l’Oye
inspiriert von Charles Perraults Märchensammlung „Meine Mutter, die Gans“
Franz Lehár: Ballettmusik aus „Peter und Paul im Schlaraffenland“
Maurice Ravel: Pavane pour une infante défunte

Leitung Oliver Bensch

Foto: Dan Hannen
Foto: Dan Hannen

Andreas N. Tarkmann (geb. 1956) gilt heute als einer der kreativsten Arrangeure von Instrumental- und Vokalmusik. Darüber hinaus ist Tarkmann als vielseitiger Komponist in den verschiedensten musikalischen Gattungen erfolgreich.
Von 2000 – 2016 lehrte Andreas N. Tarkmann als Dozent für Instrumentation und Arrangement an der Musikhochschule Mannheim, wo er 2007 zum Professor ernannt wurde.

Maurice Ravel (1875–1937) war ein bedeutender französischer Komponist des Impressionismus, weltberühmt für sein Orchesterwerk Boléro. Neben Claude Debussy prägte er die Musik des frühen 20. Jahrhunderts durch meisterhafte Instrumentation, exotische Einflüsse und präzise Klangfarben. Seine zahlreichen Bewerbungen um den franz. Kompositionspreis waren lange vergeblich, wegen „schrecklicher Nachlässigkeiten in der Schreibweise“, wie seine innovativen Neuentwicklungen von der damaligen Fachwelt wahr genommen wurden, und damit wurde er auch aus Faurés Kompositionsklasse ausgeschlossen.
Allmählich weckten seine Kompositionen v.a. bei anderen Komponisten und Musikern Interesse und so entstand 1908 Ma mère l’oye, wofür er sich durch Charles Perraults Märchensammlung Contes de ma mère l’oye inspirieren ließ. Weitere Motive entstammen den Märchen von Marie-Catherine d’Aulnoy und
Jeanne-Marie Leprince de Beaumont: Dornröschen, Kleiner Däumling, die Kaiserin der Pagoden, Die Gespräche der Schönen und des Biests und Der märchenhafte Garten. Vom Publikum und den Musikkritikern wurde Ma mère l’oye begeistert aufgenommen, die fasziniert davon waren, wie stark die Musik auf sie wirkte.
Ursprünglich für Klavier instrumentiert, veröffentlichte Maurice Ravel 1910 die Orchesterfassung seiner Pavane pour une infante défunte. Er beschreibt die Pavane als Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin am spanischen Hof im 16. Jahrhundert getanzt haben könnte. Bei der Musikwelt kam die Pavane sehr gut an und Ravel wurde dadurch ausgesprochen bekannt.

Franz Lehár (1870 -1948) wurde in Österreich-Ungarn geboren, studierte am Prager Konservatorium Violine bei Anton Bennewitz und Kompositon bei Antonin Dvořák, der ihm bald den Rat gab, die Geige an den Nagel zu hängen und sich aufs Komponieren zu konzentrieren.
Mit der lustigen Witwe wurde er weltweit erfolgreich, worauf Peter und Paul im Schlaraffenland folgte. Peter und Paul sind unglückliche Pflegekinder, die schlecht behandelt werden, worauf sie fliehen und sich auf den Weg ins Schlaraffenland machen. Dort genießen sie alle verführerischen Freiheiten wie unbegrenzt essen, spielen und faulenzen. Letztlich wird aber auch das langweilig und sie wollen wieder ins gewohnte Leben zurück kehren. Da die Schlaraffen sie aber nicht gehen lassen wollen, muss ihnen die gute Fee Laborosa zur Flucht verhelfen. Zuhause angekommen stellen sie fest, dass sich vieles verändert hat, die Eltern ihr Verhalten bedauern und sie nicht mehr misshandeln werden. Auch der letzte Versuch des bösen Geists Schlendrianus kann die Kinder nicht der Familie entreißen, die dann wiedervereinigt fröhlich Weihnachten feiert.
Die Ballettmusik Peter und Paul im Schlarffenland wurde 2024 von Andreas N. Tarkmann für Kammerorchester arrangiert.