2021 Herbstkonzert

Jubiläumskonzert

50 Jahre Kammerorchester Metzingen

am 21. November 2021 um 17 Uhr in der Stadthalle Metzingen

Karten zu € 15, ermäßigt € 7 (Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung) online in unserem Ticket-Shop oder bei der Geschäftsstelle des Reutlinger General-Anzeigers in Metzingen und allen eventim Vorverkaufsstellen.
Kein Kartenverkauf am Veranstaltungsort. Zutritt nur nach 3G-Prüfung und Datenerfassung für Kontaktnachverfolgung.

  Plakat Programm 

Kurt Atterberg (1887-1974)
Suite Nr. 7 op. 29 „Antonius und Kleopatra“ für Streichorchester
– Alla Marcia – Poetico – Grazioso – Doloroso – Festivo –

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Konzert für 2 Violinen und Streichorchester d-Moll BWV 1043
– Vivace – Largo ma non tanto – Allegro –
Violine: Beatrice Erhart und Oliver Bensch
Cembalo: Stephen Blaich

Gerald Finzi (1901-1956)
„Eclogue“ für Klavier und Streichorchester
– Andante semplice –
Klavier: Thorsten Larbig

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Serenata Notturna KV 239 für Streichorchester und Pauken
– Marcia – Menuett – Rondo –
Violine: Beatrice Erhart und Viola Ambacher
Viola: Susanne Kohler
Kontrabass: Wolfgang Honigberger
Pauke: Holger Ambacher

Leitung: Oliver Bensch

Die Suite Nr. 7 des schwedischen Komponisten Kurt Atterberg entstand in den Jahren seiner größten Erfolge. Sein Durchbruch gelang 1922 durch Aufführung der Sinfonien Nr. 3 und 4 in Deutschland, während seine 6. Sinfonie besondere Aufmerksamkeit erlangte, mit der er 1928 den Internationalen Schubert-Wettbewerb gewann. Während dieser Zeit war er Präsident der Vereinigung schwedischer Komponisten, nachdem er bis 1922 als Dirigent am Königlichen Dramatischen Theater gearbeitet hatte. Außerdem schrieb er jahrzehntelang Musikkritiken für die Zeitung Stockholms-Tidningen. Dieser Lebenslauf wirkt umso beeindruckender, wenn man weiß, dass Kurt Atterberg größtenteils Autodidakt war und nur sehr spärlich musikalischen Studien an Universitäten nachging.
Musikalisch gehörte Atterberg zu den führenden schwedischen Spätromantikern und steht in der Tradition von Wilhelm Peterson-Berger, Wilhelm Stenhammar und Hugo Alfvén, die einen eigenen schwedischen Musikstil schufen.
Die Suite stammt aus der Schauspielmusik von Shakespeares „Antonius und Kleopatra“, aus der er fünf der Stücke zu dieser Suite zusammenstellte. Die Ecksätze der Suite sind sehr bewegte Stücke, welche die ansonsten sehr ruhigen und milden weiteren Sätze umschließen.

Text: Manon Blanchard
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Auch wenn Johann Sebastian Bach auf Bildern oftmals an der Orgel zu sehen ist, so war er doch ebenfalls passionierter Geiger, der häufig als Solist am Hof und bei seinen Konzerten auftrat. So konnte er reichlich Erfahrung sammeln, wie seine Musik auf den Zuhörer wirkt, vor allem auch wie man das Publikum verzaubern kann. Was ihm besonders im Largo ma non tanto meisterhaft gelingt, der langsame Satz strahlt unendliche Ruhe, ja auch etwas Tröstliches aus.
Die beiden Soloviolinen, in Metzingen also die Konzertmeisterin Beatrice Erhart und der Dirigent des Kammerorchesters Oliver Bensch, spielen sich abwechselnd die Melodie zu, und bilden damit ein inniges Klanggewebe. Und damit wird auch die Differenzierung in erste und zweite Solovioline aufgelöst: Beide spielen hier die „erste Geige“ nicht als Konkurrenten, sondern partnerschaftlich in empathischem Dialog.
Im lebhaften Allegro ranken sich dann die Solostimmen im sportlichen Wettspiel, wie man das z.B. aus Vivaldis Jahreszeiten kennt, spannungsgeladen zum Finale.
Allgemein bekannter sind wohl Bachs Brandenburgische Konzerte, doch die Violinkonzerte zeichnen sich besonders durch die Weiterentwicklung seines Stils aus, die Melodie eng verwoben zwischen den Solisten und Tuttistreichern hin und herzuschicken.

Text: Martin Korzer
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Mit 26 Jahren begann der britische Komponist Gerald Raphael Finzi mit der Komposition eines Klavierkonzertes, das nie beendet wurde. Der langsame Satz des Konzertes beschäftigte ihn jahrzehntelang, bis er ihn 1952 überarbeitete und als eigenständiges Werk vollendete, das nach seinem Tode „Eclogue“ getauft wurde. Der Titel ist eine Anlehnung an eine Form klassischer Gedichte, die oftmals als Dialoge zwischen Hirten verfasst waren. Dies führt dazu, dass Finzis „Eclogue“ als Dialog zwischen Piano und Streichorchester verstanden werden kann.
Finzis Leben und Werk ist geprägt von tragischen Verlusten mehrerer Bezugspersonen in seiner Kindheit und Jugend. Dies spiegelt sich in den Motiven der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit in seiner musikalischen Ausdrucksweise. Ebenso auch in seiner „Eclogue“, die mit ihrem pastoralen Charakter Einflüsse von Ralph Vaughan Williams und J.S. Bach erkennen lässt.
Das Werk baut sich über die Verarbeitung des Hauptthemas, das mit einer lieblichen Melodie im Klavier beginnt, zu einem großen, leidenschaftlichen Höhepunkt auf. Dieser fällt dann in eine deutlich zurückhaltendere, sehr simple Melodie ab. Statt einer traditionell zu erwartenden Kadenz verliert sich das Klavier in seiner darauf folgenden Solo-Passage in einer bittersüßen Abhandlung des Themas und leitet damit den leicht resignierten und düsteren Abschluss des Dialoges zwischen den zwei Parteien ein.

Text: Manon Blanchard
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Wolfgang Amadeus Mozart komponierte die dreisätzige Serenata notturna für den ausgelassenen Salzburger Fasching, kein Wunder also, dass sie – mehr noch als sonst – mit reichlich musikalischen Scherzen aufwartet. Hat das Wunderkind künstlerische Freiräume geschickt genutzt, um hier seine Kritik gesellschaftlicher Zwänge gekonnt zu verstecken?
Durchaus verständlich, wenn man sich die Briefe des gestrengen Vaters Leopold anschaut, der sehr früh schon seine Kinder zu musikalischem Erfolg erzog, wenn nicht gar drillte. Möglicherweise gab Mozart deshalb seiner ironischen Distanz zu preussisch-militärischer Disziplin immer wieder mal freien Lauf und lässt gleich zu Beginn die Streicher den fast schon martialisch anmutenden militärischen Einsatz des Paukers mit zartem Cantabile beantworten.
Die Soloviolinen, die Bratsche und der Kontrabass liefern sich mit den Tutti-Streichern einen ständigen Klangwechsel voller Ironie und Witz. So spielt in einem Seitenthema die erste Sologeige „aufreizende“ Synkopen und kurze Vorschläge, worauf die Tuttistreicher mit harmlosem Pizzicato antworten.
Im pompösen Tutti geht die Serenata dann festlich zu Ende.

Text: Martin Korzer
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Beatrice Erhart

Foto: Bernhard Krause

Beatrice Erhart, geb. 1971
Vom Klang der Geige verzaubert bekam sie früh den ersten Geigenunterricht bei Elisabeth und Gabriele Beckert an der Jugendmusikschule Freiberg a. N. Mehrfache Preisträgerin bei Jugend Musiziert auf Landes- und Bundesebene (Violine und Streichquartett).
Konzerttätigkeiten als Solistin sowie in Ensembles (z.B. Streichtrio Trio d’Oro) und Orchestern (Concertino Ludwigsburg, Bosch Streichersolisten usw.). Seit 2011 ist sie Konzertmeisterin des Kammerorchesters Metzingen, seit 25 Jahren Konzertmeisterin des Kammerorchesters Freiberg a. N.
Mit Leidenschaft und Enthusiasmus widmet sie sich der Geige – als organische Ergänzung zu Ihren Berufen als Business Coach, Organisationsberaterin und Heilpraktikerin für Psychotherapie.

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Foto: privat

Oliver Bensch, geb. 1964
lehrt als hauptamtlicher Dozent an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg in der Abteilung Musik: Violine/Viola, Dirigieren, Gehörbildung und Kammermusik. Seit 2006 ist er als Dirigent und künstlerischer Leiter des Kammerorchester Metzingen tätig.
Er studierte Violine, Viola und Pädagogik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover (u.a. bei Roman Nodel und Oskar C. Yatco) und Dirigieren/Orchesterleitung bei Gudni A. Emilsson (Trossingen) und Wolfgang Heinz (Stuttgart).
Als Instrumentalist Teilnahme an Festspielen in Ludwigsburg, Salzburg, Bregenz, Millstatt, Hersfeld ua. mit dem Kammerorchester Fonte Di Musica, Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele, Sinfonia 02, Kammeroper Niedersachsen. Beteiligung an Produktionen der Staatstheater in Hannover, Braunschweig und dem Tiroler Landestheater Innsbruck.

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Foto: Melissa Messerschmidt

Thorsten Larbig, geboren 1964 in Fulda, studierte zunächst Schulmusik an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim. Es schloss sich das pianistische Solistenstudium an der Frankfurter Musikhochschule bei Ute Starke und Irina Edelstein an (Kammermusik und Liedstudium bei Charles Spencer und Rainer Hoffmann).
Das Studium schloss er im Jahre 1995 mit dem Konzertexamen ab und ist seither neben Lehraufträgen für Klavier und Gesangskorrepetition an den Musikhochschulen in Frankfurt und München sowohl als Solist als auch als gefragter Liedbegleiter tätig. So hat Thorsten Larbig bereits mit namhaften Sängern wie Scot Weir, Ruth Ziesak, Heidrun Kordes, Gabriele Hierdeis, Margarete Joswig und anderen zusammengearbeitet.
Als Pianist begleitete er diverse Meisterkurse, so u.a. im Jahr 2000 den Internationalen Meisterkurs für junge Sänger auf Schloss Rheinsberg. Bei zahlreichen CD-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen wirkte er mit; diverse Konzertreisen führten ihn nach England, Frankreich, Italien, Portugal, 2007 in die USA und in die Vereinigten Arabischen Emirate, sowie 2008 nach China.

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