2020 Sommerkonzert

Contrabass in Concert

Samstag, 27.06.2020 um 20 Uhr in der Stadthalle Metzingen

Sonntag, 28.06.2020 um 17 Uhr in der Michael-Kirche in Göppingen

Daniel Sundy (geb. 1979): Concerto for Contrabass and Strings
Daniel Sundy: Suite for Strings
Johann Carl Ditters von Dittersdorf (1739 -1799):  Sinfonia concertante D-Dur für Viola und Kontrabass

Daniel Sundy, Kontrabass
Oliver Bensch, Viola

Leitung: Oliver Bensch

Concerto for Contrabass and Strings, 2010

Foto: Karl Scheuring

Der Kontrabass leidet bekanntlich an mangelndem Repertoire. Es gibt wenige Werke für Solo Kontrabass, die regelmäßig aufgeführt werden. Aus dieser Not heraus entstanden auch viele Bearbeitungen und neue Orchestrierungen bestehender Werke.
Mit der Komposition dieses Solokonzertes hatte ich das Ziel, ein neues Werk im romantischen Stil zu komponieren. Statt Dvorak, Tschaikowsky, Sibelius oder Elgar umzuschreiben, habe ich mir die Frage gestellt: wie hätten diese Meister für den Kontrabass komponiert?
Das „Concerto for Contrabass and Strings“ hat eine streng klassische dreisätzige Konzertform mit modalen Tonarten. Die ersten zwei Sätze sind höchst lyrisch, um die Expressivität und den großen Tonumfang des Kontrabasses darstellen zu können. Der dritte Satz ist ein Rondo; ich nenne ihn den Balkan-Blues. Er zeigt die Virtuosität des Kontrabasses sowohl in der tiefen als auch in der hohen Lage.
Ich habe das Konzert gegen die gewöhnliche Praxis so konzipiert, dass der Solist in Orchesterstimmung spielt. Fast alle Solo-Literatur für Kontrabass verlangt sonst eine scordatura mit Solostimmung, also einen ganzen Ton höher gestimmt. Ich will dadurch den „echten“ Kontrabassklang als Soloinstrument darstellen.

Street Suite (Suite for Strings), 2011

Dieses Werk für Streichorchester entstand mit der Vorstellung, was für Musik ein Passant unfreiwillig mithört. Der erste Satz, „Garage Band“, stellt eine Rock Band dar, die im Haus nebenan probt. Das „Intermezzo“ hat keinen bildhaften Titel und ist eher ein klassisches Intermezzo oder eine Oase der Ruhe. Ich stelle mir vor, wie ein Paar nachts durch einen Park spaziert und den Klängen des Nachthimmels lauscht. „D.J.“ bezieht sich auf die überlappenden Rhythmen oder Samples, die sich zu einem melodischen und gleichzeitig rhythmischen Tanz aufbauen. Der Schluss-Satz, „Buskers“, stellt ein kleine Gruppe Musiker dar, die in der Fußgängerzone einen klassischen Walzer oder ein Menuett spielen. Da die Tänze sich in asymmetrischen Taktarten befinden, kann man vermuten, dass die Musikanten wahrscheinlich aus Ostblock-Länder kommen. Dadurch ergibt sich eine Mischung aus osteuropäischer Rhythmik mit westeuropäischer Melodik.
Eine Idee-fix, ein Hauptgedanke, der jeweils am Ende eines Satzes steht, verbindet alle Sätze. Diese Idee-fix ist das Zeichen für den Passanten, dass er sich sattgehört hat und es Zeit ist weiterzugehen.

Daniel Sundy, 20.02.2020, bearbeitet Susanne Kohler, 02.03.2020

Daniel Sundy wurde 1979 in San Diego, Kalifornien geboren. Mit zwölf Jahren begann er Kontrabass zu spielen und erlernte dabei auch Jazz-Theory und E-Bass. Bereits als Teenager trat er in Rock- und Heavy Metal Bands, Jazz-Combos und Bigbands ebenso auf wie in Jugendorchestern oder einem Streichquartett. Mit sechzehn führte Daniel Sundy bereits eigene Kompositionen auf.

Foto: Archie MacFarlane

Nachdem er die Idyllwild Arts Academy absolvierte hatte, folgte ein Studium am San Francisco Conservatory of Music (SFCM), welches er als Bachelor of Music abschloss. Bass-Unterricht erhielt er dort bei Stephen Tramontozzi, Kompositionsunterricht bei Conrad Susa und Elinor Armer.

Daniel erhielt vom SFCM eine Auszeichnung im Fach Orchestrierung und bekam das Theodore Presser Stipendium seiner Abschlussklasse verliehen. Schon während des Studiums konnte er mehrere Orchesterstellen rund um San Francisco ausfüllen und arbeitete so in den Orchestern von Santa Cruz, Napa Valley und Modesto. Zusätzlich spielte er bei diesen Orchestern: San Diego Symphony, National Repertory Orchestra, New World Symphony (Miami) and Mendocino Summer Festival, Santa Rosa und California Symphony. Zudem war Daniel Mitglied der Klezmergruppen Red Hot Chatchkas und Jubilee Klezmer Ensemble; er leitete als Akkordeonist auch in Deutschland eine Klezmergruppe namens Klezmersutra.

2002 kam Daniel Sundy nach Deutschland, um seine Kontrabassstudien bei Prof. Božo Paradžik fortzusetzen. Er machte seinen Abschluss 2006 an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau.
Seit 2005 ist Daniel Sundy Mitglied der Württembergische Philharmonie Reutlingen. Zusätzlich zu seiner Verpflichtung im Orchester spielte er – oft verbunden mit Aufnahmen – mit Orchestern wie SWR Radio-Symphonie-Orchester, Stuttgarter Kammerorchester, Philharmonisches Orchester der Stadt Ulm, Bayerisches Kammerorchester Bad Brückenau, Consortium Classicum, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim.
Daniel spielt auch regelmäßig Kammermusik und als Solist.

Seine Werke wurden aufgeführt und eingespielt von NDR Radiophilharmonie Hannover mit Niklas Liepe, Luzerner Sinfonieorchester, Württembergische Philharmonie Reutlingen, Berliner Oboen Quartett, Stuttgarter Brass Quartett, Eyjafljallajökull Quintet, Les Enchantes Flutes, Goppisberger Musik Festival, Opera Taschino Luzern, Berner Sinfonieorchester-Bass Quartett, Santa Rosa Symphony-String Quintet, u.a..

Foto: privat

Oliver Bensch, geb. 1964. Studium Violine/Viola an der Musikhochschule Hannover (u.a. bei Roman Nodel und Oscar C. Yatco). Dirigieren bei Gudni Emilsson in Trossingen und Wolfgang Heinz, Stuttgart. Europaweite Tourneen als Geiger und Bratscher in verschiedenen Ensembles/Orchestern sowie Teilnahme u.a. bei den Festivals in Salzburg, Millstadt, Bregenz, Hersfeld und Ludwigsburg. Mitwirkung bei Produktionen der Staatstheater in Hannover, Braunschweig und Innsbruck. Gründer und Konzertmeister des     „Orchester op.7“ in NRW. Umfangreiche Studioarbeit und Mitwirkung bei CD-Produktionen (u.a. Randy Crawfort und Elsbeth Moser). 1999 – 2012, Leiter einer Geigen/Bratschen-Klasse an der. und  Dirigent der „Jungen Sinfonie“ JMS Freiberg/N. Seit 2006 künstlerischer Leiter des Kammerorchester Metzingen. Gastdirigent bei Orchestern im süddeutschen Raum. Ab dem  Wintersemester 2012 hauptamtlicher Dozent für Violine/Viola, Dirigieren, Kammermusik und Gehörbildung an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.